Referenz-Foto CD "M113 RATAC-ABRA"
MBK-FCD244
Modellbau-König
Gesamtansichten und Details aus allen Bereichen des Fahrzeugs
- 73 Fotos im JPG Format (abspielbar in jedem handelsüblichen PC mit CD Laufwerk und vielen aktuellen DVD Playern)
Der M113 ABRA ist ein gepanzertes, kettenbewegliches Artilleriebeobachtungsradar der Bundeswehr und dient der wetter- und tageszeitunabhängigen Gefechtsfeldüberwachung, Zielaufklärung und Zielortung. Die ersten ABRA-Systeme entstanden zwischen 1976 und 1978, als 62 M113-Fahrgestelle mit dem deutsch-französischen RATAC-Radar ausgerüstet wurden. In den 1990er-Jahren folgte mit dem RATAC-S eine wesentlich modernisierte und leistungsfähigere Radarversion; 35 Fahrzeuge erhielten diesen Rüststand. Kern des Systems ist die auf einem bis zu etwa sechs Meter ausfahrbaren Teleskopmast montierte Radarantenne, die während des Marsches in einem charakteristischen Aufbaukasten auf dem Wannendach geschützt untergebracht ist. RATAC-S arbeitet nach dem Puls-Doppler-Prinzip und kann automatisiert Sektoren von etwa 28 bis 140 Grad überwachen. Je nach Zielgröße reicht die Erfassungsentfernung von etwa 14 Kilometern für Einzelpersonen über 24 bis 30 Kilometer für Fahrzeuge bis hin zu 38 Kilometern für größere Fahrzeugkolonnen; auch Artilleriegeschosse und niedrig fliegende Hubschrauber können erfasst beziehungsweise verfolgt werden. Die gewonnenen Zieldaten werden im Fahrzeug ausgewertet und zur Feuerleitung beziehungsweise an die Führungsstellen der Artillerie weitergegeben.
Die zuletzt eingesetzten Fahrzeuge wurden zusätzlich im Rahmen der Nutzungsdauerverlängerung 2 (NDV 2) umfassend modernisiert. Dabei erhielten sie unter anderem einen neuen MTU-Dieselmotor mit 220 kW (300 PS) sowie überarbeitete Fahr-, Lenk- und Bremssysteme, wodurch die deutlich schwereren Sonderfahrzeuge weiterhin sicher betrieben werden konnten. Das Gefechtsgewicht des ABRA liegt bei rund 13,2 Tonnen, die Höchstgeschwindigkeit bei etwa 62 km/h und der Fahrbereich bei ungefähr 620 bis 650 Kilometern. Die Besatzung besteht aus vier Soldaten; zur Selbstverteidigung verfügt das Fahrzeug über ein 7,62-mm-MG3 und eine Nebelmittelwurfanlage. Ein separates, am Heck angeordnetes 1,9-kW-Stromerzeugungsaggregat versorgt die Radaranlage unabhängig vom Fahrzeugmotor mit Energie.
Das RATAC-S/ABRA unterscheidet sich deutlich von einem Artillerieortungsradar wie COBRA: Seine Hauptaufgabe ist nicht primär die Rückrechnung gegnerischer Feuerstellungen aus den Flugbahnen von Geschossen, sondern die kontinuierliche Beobachtung von Bewegungen und Aktivitäten auf dem Gefechtsfeld. Dazu gehören die Überwachung von Flanken und schwer einsehbaren Räumen, die Erfassung und Verfolgung beweglicher Bodenziele sowie die Beobachtung eigener Artilleriewirkung. Durch die Kombination aus dem kompakten M113-Kettenfahrgestell, dem hoch ausfahrbaren Sensormast und dem leistungsfähigen RATAC-S blieb das System trotz seines hohen Alters über Jahrzehnte ein wichtiges Aufklärungsmittel der deutschen Artillerietruppe.
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