- Maßstab 1/35
- Motornachbildung
- Inneneinrichtung
- Inklusive Fotoätzteile
- 3 Markierungsoptionen
- nicht gebaut, nicht bemalt
- Farbe und Klebstoff nicht enthalten
Technisch basierte der Otter auf dem bewährten Fahrgestell des Chevrolet C15 Canadian Military Pattern (CMP) mit permanentem Allradantrieb (4×4). Angetrieben wurde das Fahrzeug von einem Chevrolet-Reihensechszylinder-Benzinmotor mit 3,5 Litern Hubraum (216 cu in) und einer Leistung von etwa 85 PS. Die Kraftübertragung erfolgte über ein Viergang-Schaltgetriebe mit zweistufigem Verteilergetriebe. Mit einem Gefechtsgewicht von rund 4,5 Tonnen erreichte der Otter auf Straßen Geschwindigkeiten von bis zu 75 km/h und besaß eine Reichweite von etwa 400 Kilometern. Das robuste Fahrwerk mit Starrachsen und Blattfedern verlieh dem Fahrzeug gute Geländeeigenschaften, wenngleich es aufgrund seines relativ hohen Schwerpunkts und Gewichts weniger wendig war als der Humber.
Die vollständig geschlossene Panzerwanne bestand aus geschweißten Panzerplatten mit einer Stärke von etwa 6 bis 12 mm und bot Schutz gegen Handfeuerwaffen sowie Granatsplitter. Die Besatzung bestand aus drei Soldaten – Fahrer, Kommandant und Richtschütze/Funker. Charakteristisch war der kleine drehbare Turm auf dem Fahrzeugdach, der meist mit einem Bren-Maschinengewehr im Kaliber .303 British (7,7 mm) bewaffnet war. Zusätzlich konnte ein Panzerabwehrgewehr Boys Kaliber .55 oder später andere leichte Waffen mitgeführt werden. Zur Funkausstattung gehörte in der Regel ein Wireless Set No. 19, das eine zuverlässige Kommunikation mit anderen Aufklärungseinheiten und den übergeordneten Kommandostellen ermöglichte.
Der Otter wurde hauptsächlich von Aufklärungsregimentern, Militärpolizei sowie Verbindungs- und Sicherungseinheiten eingesetzt. Seine Aufgaben umfassten die Erkundung feindlicher Stellungen, Begleitschutz für Kolonnen, Verkehrsregelung sowie Patrouillenfahrten hinter der Front. Kampfeinsätze fanden vor allem in Italien sowie in Nordwesteuropa nach der Landung in der Normandie statt. Die robuste CMP-Technik erwies sich als äußerst zuverlässig und wartungsfreundlich, auch wenn die Fahrzeugbesatzungen die eingeschränkte Sicht aus dem Innenraum und die vergleichsweise hohe Silhouette gelegentlich kritisierten.
Nach Kriegsende blieb der Otter noch viele Jahre bei verschiedenen Commonwealth-Staaten im Einsatz. Unter anderem nutzten Kanada, Belgien, Dänemark, die Niederlande und einige weitere Länder das Fahrzeug bis in die 1950er- und teilweise frühen 1960er-Jahre. Heute zählt der Otter Light Reconnaissance Car zu den markantesten kanadischen Panzerfahrzeugen des Zweiten Weltkriegs. Aufgrund seiner vergleichsweise geringen Produktionszahl und seiner engen Verbindung zur CMP-Fahrzeugfamilie ist er heute ein seltenes Museums- und Sammlerfahrzeug, das auf historischen Militärfahrzeugtreffen regelmäßig großes Interesse auf sich zieht.
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