Chevrolet C60L Office Lorry
IBG35041
IBG-Modellbau
1:35
- Maßstab 1:35
- Fotoätzteile enthalten
- Kofferaufbau mit Inneneinrichtung
- Türen können offen oder geschlossen gebaut werden
- nicht gebaut, nicht bemalt
- Farbe und Klebstoff nicht enthalten
| Weitere Bausätze aus IBG-Modellbaus Chevrolet C60 Reihe können sie hier bekommen*1: *1 sofern am Lager |
Der Chevrolet C60L Büro-Lkw war eine spezialisierte Stabs- und Bürowagenvariante der kanadischen Canadian Military Pattern (CMP)-Lastwagenfamilie, die während des Zweiten Weltkriegs in großen Stückzahlen von General Motors of Canada produziert wurde. Das Fahrzeug basierte auf dem Chevrolet C60L, einem geländegängigen 3-Tonnen-Lkw mit Allradantrieb (4×4) und langem Radstand von 158 Zoll (4,01 m). Die CMP-Fahrzeuge entstanden im Rahmen eines gemeinsamen britisch-kanadischen Standardisierungsprogramms, um den Streitkräften des Commonwealth einheitliche und wartungsfreundliche Militärfahrzeuge bereitzustellen. Insgesamt wurden rund 800.000 CMP-Fahrzeuge verschiedener Typen gefertigt, darunter mehr als 200.000 Dreitonner.
Der C60L besaß die charakteristische Cab-Over-Engine-Kabine (COE) mit weit nach vorne gerücktem Fahrerhaus. Diese Bauweise verkürzte die Fahrzeuglänge, verbesserte den Böschungswinkel und erleichterte den Transport per Schiff. Typisch war außerdem die nach vorn geneigte zweiteilige Frontscheibe, welche störende Sonnenreflexionen verringerte und das Fahrzeug aus der Luft weniger auffällig machte. Angetrieben wurde der Office Lorry von einem robusten Chevrolet-Reihensechszylinder-OHV-Benzinmotor mit 216 Kubikzoll (3,5 Liter) Hubraum und etwa 85 PS, der seine Kraft über ein Vierganggetriebe und ein zweistufiges Verteilergetriebe auf beide Achsen übertrug. Die Geländegängigkeit wurde durch Starrachsen, Blattfedern, große 10.50×20-Zoll-Reifen sowie eine hohe Bodenfreiheit unterstützt. Die Höchstgeschwindigkeit lag je nach Beladung bei etwa 65–70 km/h.
Im Unterschied zu den gewöhnlichen General-Service-Lkw trug der BüroLkw einen vollständig geschlossenen, isolierten Stahlaufbau mit einer Innenverkleidung aus Sperrholz. Der Aufbau war als mobiles Büro ausgelegt und bot Arbeitsplätze mit Schreibtischen, Kartenablagen, Schränken, Beleuchtung sowie einer eigenständigen Stromversorgung. Je nach Einsatzzweck konnten Schreibmaschinen, Fernsprech- und Funkanlagen, Kartentische oder Verschlüsselungsgeräte eingebaut werden. Dadurch eignete sich das Fahrzeug als beweglicher Gefechtsstand, Kartenstelle oder Verwaltungsbüro unmittelbar hinter der Front. Viele Fahrzeuge dienten den Divisions- und Korpsstäben, insbesondere beim britischen und kanadischen Nachrichtendienst. Ähnliche Aufbauten wurden auch für Funkstationen, Fernsprechzentralen, Vermessungstrupps oder Wetterdienste verwendet.
Im Krieg bewährte sich der Chevrolet C60L Büro-Lkw auf nahezu allen Kriegsschauplätzen des Commonwealth - von Nordafrika über Italien bis nach Nordwesteuropa. Seine robuste Konstruktion, die einfache Wartung und die hohe Zuverlässigkeit machten ihn zu einem unverzichtbaren Bestandteil der militärischen Führungs- und Nachrichtenorganisation. Nach 1945 verblieben zahlreiche Fahrzeuge in Europa und wurden von verschiedenen Armeen übernommen. So setzte unter anderem die niederländische Armee den C60L noch bis etwa 1960 ein, ehe er schrittweise durch modernere Fahrzeuge ersetzt wurde. Viele CMP-Lkw gelangten außerdem in zivile Nutzung oder blieben als Museums- und Sammlerfahrzeuge erhalten.
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