- Maßstab 1:35
- 6x frühe Öl- und Kraftstoffkanister (dreieckig)
- 6x 20l Wasserkanister
- 6x 20l Kraftstoffkanister (frühe Art)
- 6x 20l Kraftstoffkanister (späte Art)
- Fotoätzteile enthalten
- Naßschiebebilder
- nicht gebaut, nicht bemalt
- Farbe und Klebstoff nicht enthalten
Der deutsche 20-Liter-Einheitskanister war eine der bedeutendsten logistischen Entwicklungen der Wehrmacht im Zweiten Weltkrieg. Er wurde Ende der 1930er Jahre entwickelt, um die bis dahin verwendeten Kraftstoffbehälter zu ersetzen, die oft unhandlich, undicht oder schwer zu transportieren waren. Der Kanister bestand aus gepresstem Stahlblech und fasste 20 Liter Flüssigkeit. Seine charakteristische Form mit der eingepressten kreuzförmigen Verstärkung auf den Seitenwänden erhöhte die Stabilität und verhinderte Verformungen bei Belastung.
Besonders innovativ war das System mit drei Griffen, das den Transport durch eine oder mehrere Personen erleichterte. Der Verschluss konnte ohne zusätzliches Werkzeug schnell geöffnet und wieder sicher verschlossen werden. Ein im oberen Bereich verbleibender Luftraum sorgte dafür, dass sich der Inhalt bei Temperaturschwankungen ausdehnen konnte, ohne den Behälter zu beschädigen. Die Konstruktion war zudem so ausgelegt, dass der Kanister selbst bei rauem militärischem Einsatz robust und zuverlässig blieb.
Der Einheitskanister wurde hauptsächlich für Kraftstoffe verwendet, kam aber auch für Wasser und andere Flüssigkeiten zum Einsatz. Um Verwechslungen zu vermeiden, wurden Wasserkanister häufig besonders gekennzeichnet, meist mit einem weißen Kreuz. Aufgrund seiner praktischen Eigenschaften erwies sich der deutsche Kanister den Behältern vieler anderer Armeen als überlegen. Während des Krieges übernahmen die Alliierten das Grundprinzip und fertigten eigene Versionen an. Im englischsprachigen Raum wurde der Behälter als „Jerry Can“ bekannt, wobei „Jerry“ damals eine umgangssprachliche Bezeichnung für Deutsche war.
Der deutsche 20-Liter-Kanister beeinflusste die Entwicklung von Transportbehältern weltweit nachhaltig. Seine Grundkonstruktion gilt bis heute als Vorbild für viele moderne Kraftstoff- und Wasserkanister und wird in ihren wesentlichen Merkmalen noch immer verwendet.
Dreikant- oder Dreiecksölkannen
Neben dem bekannten 20-Liter-Einheitskanister verwendete die Wehrmacht auch kleinere Behälter für Schmierstoffe und Betriebsstoffe, darunter sogenannte Dreikant- oder Dreiecksölkannen. Diese waren jedoch keine allgemeinen Kraftstoffkanister für den Transport größerer Benzin- oder Dieselmengen, sondern dienten vor allem der Versorgung von Fahrzeugen, Waffen und Maschinen mit Schmieröl.
Die dreieckige Form hatte praktische Gründe. Sie erleichterte das Ausgießen des Inhalts und ermöglichte eine platzsparende Unterbringung in Fahrzeugen. Viele dieser Behälter waren aus Stahlblech gefertigt und besaßen einen Tragegriff sowie einen Schraub- oder Klappverschluss. Das Fassungsvermögen lag je nach Ausführung meist zwischen einem und wenigen Litern. Häufig waren die Behälter mit Angaben zum Inhalt, Hersteller und Herstellungsjahr geprägt oder bedruckt.
Im militärischen Alltag wurden verschiedene Ölsorten benötigt, etwa Motoröl, Getriebeöl oder Waffenöl. Um Verwechslungen zu vermeiden, waren die Behälter teilweise farblich gekennzeichnet oder mit deutlichen Beschriftungen versehen. Die Form und Ausführung konnten je nach Verwendungszweck und Hersteller variieren.
Dreieckige Behälter wurden gelegentlich auch für andere Betriebsstoffe genutzt, ihre bekannteste Verwendung war jedoch die Lagerung und Ausgabe von Schmieröl. Für den eigentlichen Kraftstofftransport setzte die Wehrmacht überwiegend den 20-Liter-Einheitskanister ein, der aufgrund seiner größeren Kapazität und robusten Konstruktion deutlich besser geeignet war.
Die Dreikant-Ölkannen sind heute vor allem aus historischen Fahrzeugbeständen, Museumsstücken und zeitgenössischen Fotografien bekannt. Sie stellen ein charakteristisches Beispiel für die spezialisierte Ausrüstung dar, die zur Aufrechterhaltung der Mobilität und Einsatzbereitschaft der deutschen Streitkräfte erforderlich war.
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