US Navy Patrol Air Cushion Vehicle (PACV)
35GM0101
Gecko Models
1:35
- Maßstab 1:35
- mit teilweise Inneneinrichtung
- Klarsicht- und Fotoätzteile enthalten
- 4 Markierungsoptionen
- ungebaut, unbemalt
- Farbe und Klebstoff nicht enthalten
Grundlage des PACV war das britische Saunders-Roe SR.N5, das von Bell Aerosystems in den USA in Lizenz gefertigt und für militärische Anforderungen umfassend überarbeitet wurde. Den Antrieb übernahm eine General Electric LM100-Gasturbine mit einer Leistung von rund 1.100 PS. Sie versorgte sowohl das Hubgebläse als auch den großen Luftpropeller am Heck. Anders als bei vielen späteren Luftkissenfahrzeugen befand sich der Propeller frei auf einer offenen Heckstruktur und war nicht von einem Ringkanal umschlossen. Die Richtungssteuerung erfolgte über mehrere miteinander gekoppelte Leitruder, die sich unmittelbar hinter dem Propeller befanden und den Luftstrom nach links oder rechts ablenkten. Zusammen mit dem darüber angeordneten horizontalen Leitwerk verlieh diese Konstruktion dem Heck ein markantes, an ein Flugzeug erinnerndes Erscheinungsbild.
Die Besatzung bestand in der Regel aus vier Mann: Fahrzeugführer, Navigator und zwei Waffenschützen. Zur Standardbewaffnung gehörten ein 12,7-mm-M2HB-Maschinengewehr auf der vorderen Waffenplattform sowie zwei 7,62-mm-M60-Maschinengewehre auf seitlichen Lafetten. Je nach Auftrag konnten zusätzlich persönliche Waffen, Funkgeräte, Signalmittel oder Bergematerial mitgeführt werden.
Die späte Ausführung unterschied sich äußerlich nur in Details von den frühen Fahrzeugen. Zahlreiche Änderungen betrafen Halterungen, Staukästen, Antennen, Funkausrüstung sowie Wartungszugänge. Auch die flexible Luftkissenschürze wurde mehrfach verbessert, da sie im Einsatz durch Treibholz, Baumstümpfe und Uferbefestigungen besonders stark beansprucht wurde. Diese Modifikationen entstanden fortlaufend während des Einsatzes und führten dazu, dass kaum zwei Fahrzeuge bis ins Detail identisch aussahen.
Zwischen 1968 und 1970 wurden die späten PACV überwiegend von der US Navy in den Fluss- und Küstengebieten Südvietnams eingesetzt, während die US Army ihre Fahrzeuge parallel in eigenen Erprobungsprogrammen nutzte. Die Luftkissenfahrzeuge übernahmen Patrouillen, Aufklärung, Truppentransporte, Sicherungsaufgaben und die Begleitung von Versorgungskonvois. Ihre Fähigkeit, ohne Übergang von Wasser auf Schlickflächen, Reisfelder oder festes Land zu wechseln, verschaffte ihnen gegenüber konventionellen Patrouillenbooten erhebliche taktische Vorteile. Gleichzeitig machte die hohe Geschwindigkeit überraschende Vorstöße in schwer zugängliche Gebiete möglich.
Trotz dieser außergewöhnlichen Fähigkeiten blieb das PACV ein Versuchsfahrzeug. Die Gasturbine verursachte einen hohen Kraftstoffverbrauch, die Wartung war aufwendig und die Luftkissenschürze erforderte regelmäßige Reparaturen. Hinzu kam die erhebliche Geräuschentwicklung des freistehenden Propellers, die das Fahrzeug bereits aus großer Entfernung ankündigte und Überraschungseffekte häufig zunichtemachte. Nach Abschluss der Erprobung wurde das Programm 1970 beendet; die gewonnenen Erkenntnisse flossen jedoch später in die Entwicklung moderner militärischer Luftkissenfahrzeuge ein.
Für Modellbauer bietet die späte Version zahlreiche interessante Details. Typisch sind die offene Heckkonstruktion mit dem freistehenden Propeller und den dahinter angeordneten Leitrudern, die markante Waffenplattform am Bug, die seitlichen Maschinengewehrstände sowie die großflächige Luftkissenschürze. Einsatzfahrzeuge zeigten häufig starke Gebrauchsspuren: verschmutzte oder ausgebesserte Schürzensegmente, Öl- und Kraftstoffspuren im Bereich der Gasturbine, ausgeblichene Olive-Drab-Lackierung, nachträglich angebrachte Ausrüstungsgegenstände sowie individuelle Feldmodifikationen. Gerade diese Unterschiede machen jedes einzelne PACV zu einem unverwechselbaren Vorbild und bieten dem Modellbauer zahlreiche Möglichkeiten für eine authentische Darstellung.
Schreiben Sie jetzt Ihre persönliche Erfahrung mit diesem Artikel und helfen Sie anderen bei deren Kaufentscheidung.

